Tapinoma Magnum / Große Drüsenameise
Tapinoma magnum: Große Drüsenameise erkennen und bekämpfen
Bei schwarzen Ameisen in großen Mengen im Garten kann es sich um die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum) handeln. Sie ist eine invasive Ameisenart, die sich zunehmend in Deutschland ausbreitet. Tapinoma magnum wurde vermutlich über Pflanzentransporte und Erden aus mediterranen Ländern eingeschleppt. Die Entwicklung verläuft rasch und effizient. Die Ameisen bilden großflächige Superkolonien, treten in Massen auf und können Schäden im Garten, im Haus, an Wegen, Terrassen und Stromkästen verursachen.
TIPP bei Verdacht: Früh reagieren und Befall genau prüfen
Tapinoma magnum lässt sich im Anfangsstadium deutlich leichter eindämmen als eine bereits weit ausgebreitete Superkolonie. Prüfen Sie daher bei auffällig vielen schwarzen Ameisen, breiten Ameisenstraßen und Sandauswurf an Wegen, Terrassen oder Hauswänden möglichst früh die typischen Merkmale. Bei starkem Befall oder Schäden an Gebäuden und Stromkästen sollte zusätzlich ein Schädlingsbekämpfer eingeschaltet werden.
Nachfolgend erfahren Sie, wie Sie Tapinoma magnum erkennen, welche Schäden die Große Drüsenameise verursachen kann und welche Maßnahmen zur Bekämpfung im Garten, auf Terrassen, an Gebäuden und in Innenräumen sinnvoll sind.
Wie erkennt man Tapinoma magnum?
Es ist nicht einfach, Tapinoma magnum sicher zu erkennen, da sie unseren einheimischen Ameisenarten sehr ähnlich sieht. Einige Merkmale können aber einen deutlichen Hinweis geben.
Aussehen & typische Merkmale
- Die Tapinoma-Ameisen sind einheitlich schwarz gefärbt. Einheimische Arten haben oft auch bräunliche Körperteile.
- Die Arbeiterinnen werden meist etwa 2,5–3,5 mm groß. Auffällig ist, dass häufig unterschiedlich große Arbeiterinnen gleichzeitig auftreten.
- Sie bilden oft breite, mehrspurige Ameisenstraßen. Einheimische Arten laufen meist in schmaleren Ameisenstraßen.
- Sie treten in Massen auf und bilden Superkolonien.
- An den Nesteingängen sind häufig viele Erd- oder Sandhäufchen zu finden.
- Wird das Nest gestört, strömen oft sehr viele Arbeiterinnen aus.
Bei Störung beißen die Ameisen und versprühen ein stark riechendes Wehrsekret. Der Geruch wird häufig als zitronig-ranzig oder acetonähnlich beschrieben. Für Menschen ist Tapinoma magnum in der Regel nicht gefährlich, das massenhafte Auftreten ist aber sehr unangenehm.
Entwicklung der Großen Drüsenameise
Wie bei Ameisen üblich verläuft die Entwicklung über Ei, Larve und Puppe, aus der später die erwachsene Ameise schlüpft. Arbeiterinnen übernehmen Brutpflege, Nahrungssuche und Verteidigung. Die Königinnen sind für die Eiablage zuständig.
Die Große Drüsenameise bleibt auch bei niedrigen Temperaturen aktiv. In ihrem ursprünglichen Lebensraum hält sie keine ausgeprägte Winterruhe. In unseren Regionen sucht sie bei Kälte nach Wärme und Nahrung und dringt dabei häufig in Gebäude ein.
Was ist eine Superkolonie?
Eine Superkolonie besteht aus vielen weit verzweigten und miteinander verbundenen Nestern. Dadurch kann sich Tapinoma magnum über große Flächen ausbreiten. In solchen Kolonien können sehr viele Arbeiterinnen und mehrere Königinnen leben. Zwischen den Nestern findet ein Austausch von Brut und Arbeiterinnen statt. Das macht die Bekämpfung deutlich schwieriger als bei einzelnen Ameisennestern.
Schäden durch Tapinoma magnum
Tapinoma magnum ist nicht nur lästig. Durch die große Anzahl an Tieren, die tiefen Nester und die starke Ausbreitung kann die Ameisenart im Garten, an Gebäuden und an technischer Infrastruktur Probleme verursachen.
Im Garten, auf Terrassen und Wegen
Die weit verzweigten Kolonien bestehen aus vielen unterirdischen Nestern. Dadurch kann der Boden instabil werden. Gehwege, Terrassen und Pflasterflächen können unterhöhlt werden und absacken.
Tapinoma magnum zeigt außerdem ein sehr aggressives Verhalten. Sie verdrängt heimische Ameisenarten, greift Nützlinge wie Marienkäfer an und stört damit dauerhaft das ökologische Gleichgewicht.
Die Art schützt Blattläuse sehr aggressiv gegen Fressfeinde, weil sie deren Honigtau als Nahrung nutzt. Dadurch können mehr pflanzenschädigende Blattlauspopulationen entstehen. Zusätzlich wachsen auf dem Honigtau häufig Rußtaupilze, die Pflanzen weiter schwächen.
An Stromleitungen und technischer Infrastruktur
Tapinoma magnum kann in technische Anlagen, Stromkästen und Verteiler eindringen. Dort kann es durch die Ameisen zu Störungen an Kabeln, Elektroanlagen, Stromversorgung oder Internet kommen.
In Häusern und Wohnungen
Die Störenfriede suchen auch Wohnungen und Häuser auf, besonders bei niedrigen Temperaturen oder auf der Suche nach Nahrung. Die Folgen sind Hygieneprobleme und eine starke Belästigung durch massenhaft auftretende Arbeiterinnen. Teilweise bauen sie ihre Nester auch unter Gebäuden, in Fassadenbereichen oder an geschützten, warmen Stellen.
Bekämpfung der Großen Drüsenameise (Tapinoma magnum)
Tapinoma magnum breitet sich schnell aus und bildet Superkolonien. Daher sollte die Bekämpfung sofort bei Verdacht beginnen. Sinnvoll ist es, je nach Befall mehrere Maßnahmen zu kombinieren.
Frühzeitige Bekämpfung bei erster Sichtung
Je kleiner die Kolonie ist, desto besser lässt sie sich eindämmen. Beobachten Sie die Ameisenstraßen, prüfen Sie die Nestbereiche und entfernen Sie Nahrungsquellen. Bei ersten Nestern im Garten können biologische, mechanische und hygienische Maßnahmen helfen. Bei starkem Befall sind Ameisenköder mit Nestwirkung meist die wichtigste Maßnahme.
Ameisenbekämpfung gegen Tapinoma magnum
| Maßnahme | Einsatzort | Mit | Wirkung |
|---|---|---|---|
| Blattlausbekämpfung | Garten | Ameisen- und Raupenleimring, Nützlinge gegen Blattläuse oder Neudosan Blattlausfrei | reduziert die Nahrungsgrundlage und die Aktivität der Ameisen an Pflanzen |
| Mechanische Maßnahmen | Garten | Nester wässern, Boden regelmäßig bearbeiten, Rasen häufig mähen | Ergänzung, aber nur begrenzt wirksam |
| Vertreiben | um Häuser, auf Balkonen, Terrassen und Wegen | Duftstoffe | Ergänzung, aber nur begrenzt wirksam |
| Hygiene & Abdichtung | Häuser, Wohnungen, Hütten, Stromkästen und -anlagen, Terrassen, Balkone | Essensreste und Krümel sofort entfernen, Ritzen und Zugänge abdichten | beugt der Ausbreitung und dem Eindringen in Häuser oder Stromkästen vor |
| Nematoden / biologische Bekämpfung | Garten, Beete und Rasen | SF-Nematoden gegen Ameisen in die Nester gießen | stören, parasitieren und vertreiben Ameisen aus dem behandelten Bereich |
| Ameisenköder / Bekämpfung mit Bioziden | um und in Häusern, auf Balkonen, Terrassen und Wegen | Ameisenköderdosen, Ameisenbuffet, Loxiran Ameisenmittel, Kieselgur | Ameisenköder mit Nestwirkung ist bei starkem Befall besonders wichtig |
Genaue Informationen sind unter den Bekämpfungsmaßnahmen von Ameisen zu finden.
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Hat sich die Kolonie schon komplett in Ihrem Garten oder sogar über die Gartengrenzen hinaus ausgebreitet und ist nicht mit den genannten Maßnahmen rasch einzudämmen, empfehlen wir, einen Schädlingsbekämpfer einzuschalten.
Häufige Fragen zur Großen Drüsenameise / Tapinoma magnum (FAQ)
Wie erkenne ich Tapinoma magnum im Garten?
Typisch sind sehr viele schwarze Ameisen, breite mehrspurige Ameisenstraßen, unterschiedlich große Arbeiterinnen und auffällige Sand- oder Erdhäufchen an den Nesteingängen. Wird das Nest gestört, strömen oft sehr viele Arbeiterinnen aus.
Ist Tapinoma magnum gefährlich für Menschen?
Für Menschen besteht in der Regel keine Gesundheitsgefahr. Die Ameisen können aber beißen und ein unangenehm riechendes Wehrsekret abgeben. Das massenhafte Auftreten in Haus und Garten ist sehr lästig und kann zu Hygieneproblemen führen.
Warum kommt Tapinoma magnum ins Haus?
Die Ameisen suchen Wärme und Nahrung. Besonders bei niedrigen Temperaturen oder bei Nahrungsquellen wie Krümeln, süßen Lebensmitteln oder Tierfutter können Arbeiterinnen in Häuser und Wohnungen eindringen.
Was hilft am besten gegen Tapinoma magnum?
Am sinnvollsten ist eine Kombination mehrerer Maßnahmen: Nahrungsquellen entfernen, Zugänge abdichten, Blattläuse bekämpfen, Nester behandeln und bei starkem Befall Ameisenköder mit Nestwirkung einsetzen. Bei sehr großen Kolonien sollte ein Schädlingsbekämpfer hinzugezogen werden.
Helfen Nematoden gegen Tapinoma magnum?
SF-Nematoden können im Garten unterstützend eingesetzt werden. Sie werden in die Nester gegossen und können die Ameisen im behandelten Bereich stören und vertreiben. Bei großen Superkolonien reichen Nematoden allein meist nicht aus.
Wann sollte man einen Schädlingsbekämpfer einschalten?
Ein Schädlingsbekämpfer ist sinnvoll, wenn sich die Kolonie über große Flächen ausgebreitet hat, Wege oder Terrassen absacken, Ameisen in Stromkästen oder Gebäude eindringen oder die Bekämpfung mit einfachen Maßnahmen keinen schnellen Erfolg bringt.
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