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Igel

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Igel im Garten fördern

Der Igel gehört zu den beliebtesten Wildtieren Deutschlands und ist gleichzeitig ein wertvoller Nützling im Garten. Doch durch aufgeräumte Gärten, mangelnde Versteckmöglichkeiten, Straßenverkehr und moderne Gartengeräte finden die kleinen Stachelträger immer seltener geeignete Lebensräume. Die Gartengestaltung ist für Igel maßgebend, besonders naturnah gestaltete Gärten bieten Igeln viele Schlupflöcher, Nistmöglichkeiten, Zufluchtsorte und Nahrungsquellen. Nachfolgend haben wir Ihnen einige Information zur Lebensweise von Igeln und dem richtigen Igelfutter zusammengefasst.

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Igel im Garten: Lebensweise, Verhalten und Merkmale

Wo leben Igel?

Der Igel lebt bevorzugt in strukturreichen Landschaften mit Hecken, Gehölzen, Waldrändern, Parks und naturnahen Gärten. Besonders wichtig sind dabei Versteckmöglichkeiten und eine ausreichende Nahrungsversorgung. Heute sind viele Igel auf naturnahe Gärten innerhalb menschlicher Siedlungen angewiesen.

Wann sind Igel aktiv?

Igel sind überwiegend nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie in selbst angelegten Nestern unter Hecken, Sträuchern, Reisighäufen oder Holzstapeln. Nach Einbruch der Dämmerung verlassen sie ihre Verstecke und legen auf Nahrungssuche oftmals mehrere Kilometer zurück. 

Wie groß werden Igel?

Igel werden ca. 24-28 cm groß und haben ein Gewicht von 800 bis 1500 Gramm. Weibchen sind leichter als Männchen. Sie können 7 Jahre alt werden. Ausgewachsene Tiere haben ein aus 6000-8000 Stacheln bestehendes, schützendes Stachelkleid. Mit Hilfe eines Ringmuskels rollen sich Igel bei Gefahr zu einer Stachelkugel ein.

Paarungszeit und Aufzucht der Jungtiere

Die Paarungszeit reicht in der Regel von April bis August. Nach einer Tragzeit von etwa fünf Wochen bringt das Weibchen durchschnittlich 5 Jungtiere zur Welt. Die Jungen werden rund sechs Wochen gesäugt, bevor sie selbstständig werden. 

Was fressen Igel?

Sie ernähren sich hauptsächlich von Regenwürmern, Ohrwürmern, Laufkäfern und Nachtfalterlarven. Zudem fressen sie auch Schnecken, Spinnen, Tausendfüßler und andere Insekten.

Winterschlaf beim Igel

Wie lange halten Igel Winterschlaf?

Je nach Witterung beginnt der Winterschlaf ab ca. Ende November bis etwa Ende März. Die Igel-Männchen ziehen sich als erstes zurück und wachen auch als erste wieder hungrig auf. Während des Winterschlafes sind alle Körperfunktionen der Igel auf ein Minimum reduziert. Körpertemperatur und Herzfrequenz sinken, der Stoffwechsel ist stark reduziert, und der Igel zehrt während des Winterschlafes von seinem „Winterspeck“.

Wie bereiten sich Igel auf den Winter vor?

Im Herbst fressen sich Igel Fettreserven an. Solange die Temperaturen über etwa fünf Grad Celsius liegen, sind sie häufig noch nachts auf Futtersuche unterwegs.

Igelfütterung

Wann sollte man Igel füttern?

Eine Zufütterung kann im zeitigen Frühjahr nach dem Winterschlaf sowie im Spätherbst sinnvoll sein. Eine dauerhafte Ganzjahresfütterung wird dagegen nicht empfohlen.

Igelfütterung im Herbst und Winter

Das natürliche Nahrungsangebot verringert sich im Herbst. Eine dauerhafte Futterstelle wird von Igeln gerne angenommen. Besonders Jungtiere, die erst spät im Jahr geboren wurden, brauchen um diese Zeit noch Futter, um ausreichend „Winterspeck“ anzusetzen.

Was dürfen Igel fressen?

Oft entdecken die Igel das Katzen- oder Hundefutter auf der Terrasse. Gekochtes Geflügelfleisch oder durchgegartes Hackfleisch vertragen Igel gut. Gewürzte Speisen, Süßes oder sonstige Essensreste sollten nicht als Futter verwendet werden. Mit speziellem Claus Igelfutter können Sie dem Igel eine optimale Futterstelle einrichten. Das Igelfutter ist dem natürlichen Speißeplan des Igels nachempfunden und nach dem neuesten ernährungswissenschaftlichen Stand entwickelt.

Wie lange sollen Igel gefüttert werden?

Sobald die Temperaturen sinken und es friert, wird die Fütterung eingestellt. Der Futtermangel ist ein wichtiger Impuls für den Winterschlaf und der Igel zieht sich in sein Winterquartier zurück, um sich „einzuigeln“.

Igelfütterung im Frühjahr

Igel, die aus dem Winterschlaf erwachen sind ausgehungert und können mit Igelfutter unterstützt werden. Durch den Klimawandel kommt es immer häufiger dazu, dass Igel zu früh aus dem Winterschlaf erwachen und dann hungrig keine Nahrung finden. Solche Igel sollten bis ca. Ende April, bis ausreichend Insekten in der Natur zur Verfügung stehen, gefüttert werden.

Brauchen Igel etwas zu trinken?

Besonders, wenn es sehr trocken ist, sollte dem Igel in flachen Schalen Wasser zur Verfügung gestellt werden. Milch ist schädlich für Igel, weil sie diese nicht verdauen können.

Igel im Garten unterstützen

Igel sind natürliche Schädlingsbekämpfer im Garten. Ein igelfreundlicher Garten profitiert von der Anwesenheit dieser Tiere. Igel reduzieren auf natürliche Weise verschiedene Insektenpopulationen und sind damit wertvolle Helfer im naturnahen Garten.

Ein naturnaher Garten mit Gebüsch, Hecken, Staudenbeeten und Wiesen wird von Igeln bevorzugt:

  • Wilde Gartenecken zulassen: Nicht jeder Bereich muss regelmäßig gemäht werden: legen Sie einfach in Teilbereichen des Gartens Wiesen an. Höheres Gras unter Hecken, entlang von Zäunen oder rund um Gartenhäuser bietet Verstecke für Igel und viele andere Nützlinge. Kontrollieren Sie vor dem Mähen stets, ob ein Igel dort gerade schläft.
  • Rückzugsorte anbieten: dichte heimische Hecken, Reisig-, Totholz- und Laubhäufen, Holzstapel oder Igelhäuser bieten Schutz für den Tag, die Jungenaufzucht und die Überwinterung.
  • Wasserstellen: Besonders in trockenen Sommermonaten sind flache Wasserschalen eine große Hilfe. Reinigen und befüllen Sie diese täglich mit frischem Wasser. Auf Milch sollten Sie verzichten, da Igel diese nicht vertragen.
  • Laub im Garten belassen: Unter Hecken oder Sträuchern aufgeschichtetes Herbstlaub dient als wichtiges Nistmaterial und hilft Igeln beim Bau ihrer Winterquartiere.
  • Füttern Sie nur bei Bedarf: Eine Zufütterung ist vor allem in nahrungsarmen Zeiten sinnvoll, etwa im zeitigen Frühjahr nach dem Winterschlaf oder im Spätherbst vor dem Wintereinbruch. Geeignet sind beispielsweise hochwertiges Katzen-Nassfutter oder spezielles Igelfutter. Futterstellen sollten täglich gereinigt und das Futter regelmäßig erneuert werden.

Gefahren für Igel im Garten

  • Mähroboter: Mähroboter zählen heute zu den größten Gefahren für Igel. Die Tiere rollen sich bei Gefahr zusammen, anstatt zu fliehen, und werden dadurch häufig schwer verletzt. Wenn ein Mähroboter eingesetzt wird, sollte dies ausschließlich am Tag erfolgen.
  • Schneckenkorn und Pestizide: Chemische Mittel können Igel direkt oder indirekt über ihre Nahrung schädigen. Deshalb sollten nach Möglichkeit Nützlinge oder umweltfreundliche, igelschonende, für den ökologischen Landbau geeignete Pflanzenschutzmittel z. B. von Neudorff eingesetzt werden.
  • Teiche, Lichtschächte und Kellertreppen: Ungesicherte Schächte, Kellertreppen, Gruben und Teiche können zu tödlichen Fallen werden. Ausstiegshilfen, wie schräge eingelegte Holzbretter, oder Abdeckungen schützen Igel und andere Gartentiere.
  • Gartenfeuer: Vor dem Anzünden von Garten- oder Osterfeuern sollten Reisig- und Holzhaufen unbedingt umgeschichtet werden, da sich dort häufig Igel verstecken.
  • Störungen durch Mensch und Hund: Schützen Sie gefundene Igelnester und halten Sie Abstand. Wird ein Nest versehentlich entdeckt, sollte es umgehend wieder sorgfältig abgedeckt werden. Halten Sie außerdem Hunde von Nestern und Jungtieren fern, da gestörte Igelmütter ihren Nachwuchs im schlimmsten Fall verlassen können.

Welcher Igel braucht Hilfe?

In einem naturnahen Garten mit ausreichend Nahrung, sicheren Verstecken und geeigneten Überwinterungsmöglichkeiten kommen Igel normalerweise gut ohne menschliche Unterstützung zurecht. Dennoch gibt es Situationen, in denen die Tiere auf Hilfe angewiesen sind. Wer einen Igel findet, sollte daher zunächst einschätzen können, ob tatsächlich Handlungsbedarf besteht.

Diese Igel sind hilfsbedürftig

  • Kranke Igel: sind häufig tagsüber unterwegs, was für die nachaktiven Igel ungewöhnlich ist. Oft wirken die Tiere apathisch, laufen unsicher umher, bleiben kraftlos liegen oder rollen sich bei Berührung nicht mehr richtig zusammen.
  • Verletzte Igel: benötigen immer Hilfe. Offene Wunden, sichtbare Verletzungen nach einem Verkehrsunfall, Zusammenstoß mit einem Mähroboter, Bissverletzungen oder Knochenbrüche sollten schnellstmöglich von Fachleuten versorgt werden.
  • Igel im Winter: können ebenfalls Unterstützung benötigen. Sind die Tiere bei Dauerfrost, Schnee oder nach dem eigentlichen Beginn des Winterschlafs noch aktiv unterwegs, deutet dies häufig auf gesundheitliche Probleme oder fehlende Energiereserven hin.
  • Verwaiste Igelbabys: Jungtiere außerhalb des Nestes, die kalt, geschwächt oder von Fliegen umgeben sind, benötigen umgehend fachkundige Hilfe. Zunächst sollte allerdings beobachtet werden, ob die Mutter in der Nähe ist.
  • Untergewichtige Jungigel im Herbst: Jungigel mit deutlich zu geringem Gewicht vorm Wintereinbruch haben oft keine ausreichenden Reserven für den Winterschlaf und sollten von Fachleuten beurteilt werden.

Igel gefunden: Was tun?

Wichtig ist: Nicht jeder gefundene Igel benötigt Hilfe. Falsch verstandene Tierliebe kann einem gesunden Wildtier sogar schaden. Deshalb sollte jeder Fund sorgfältig mit Hilfe von Fachleuten beurteilt werden.

Die wichtigsten Erste-Hilfe-Schritte bei einem hilfsbedürftigen Igel:

  • Zum eigenen Schutz Handschuhe tragen.
  • Den Igel vorsichtig aufnehmen und am besten in einem Karton sichern.
  • Das Tier warm und ruhig unterbringen.
  • Frisches Wasser (nie Milch, da Igel den Milchzucker nicht vertragen) und artgerechtes Futter, Rührei, gekochtes Geflügel oder Igelfutter bereitstellen.
  • Eine Igelstation oder einen Tierarzt kontaktieren.
  • Die weitere Versorgung nur nach fachkundiger Beratung durchführen.

Ziel jeder Igelhilfe sollte immer sein, den Igel nach erfolgreicher Pflege und Genesung möglichst schnell wieder in seinen natürlichen Lebensraum zurückzubringen. Ein Leben in freier Natur ist für gesunde Igel die beste Zukunft.

Weitere ausführliche Tipps zur Igelpflege, Igelfütterung  und artgerechten Überwinterung finden Sie im Kosmos Igelbuch.

Häufige Fragen zu Igeln (FAQ) 

Wann sollten Igel im Garten gefüttert werden?

Es ist sinnvoll, ausgehungerte Igel im Frühjahr nach dem Winterschlaf bis ca. Ende April und dann wieder im Herbst vor dem Winterschlaf zu füttern.  

Warum rollen sich Igel ein?

Bei Gefahr fliehen Igel meist nicht, sondern rollen sich zu einer stacheligen Kugel zusammen. Diese einzigartige Verteidigungsstrategie schützt sie vor vielen natürlichen Feinden wie Fuchs, Dachs oder Marder.

Warum sind Igel für den Garten nützlich?

Igel zählen zu den wichtigsten natürlichen Nützlingen im Garten. Sie ernähren sich von zahlreichen wirbellosen Tieren und helfen dabei, natürliche Gleichgewichte zu erhalten. Insbesondere Käfer, Larven, Asseln, Ohrwürmer und Regenwürmer gehören zu ihrer Nahrung.

Dürfen Igel Schnecken fressen?

Ja, Schnecken werden gelegentlich gefressen, gehören jedoch nicht zu den Hauptnahrungsquellen des Igels.

Fressen Igel Obst und Fallobst?

Obst gehört nicht zur natürlichen Nahrung. Igel interessieren sich meist für die Insekten, die sich am Fallobst sammeln.

Brauchen Igel was zu trinken?

Vogeltränken am Boden werden auch von Igeln besucht. Besonders, wenn der Herbst sehr trocken ist, sollte dem Igel Wasser zur Verfügung gestellt werden. Milch ist schädlich für Igel, weil sie diese nicht verdauen können.

Sind Igel nachtaktiv?

Ja, Igel verlassen ihre Nester überwiegend erst nach Einbruch der Dämmerung.

Wie groß ist das Revier eines Igels?

Je nach Lebensraum können Igel Nacht für Nacht mehrere Kilometer zurücklegen und große Streifgebiete nutzen.

Darf man Igel im Garten überwintern lassen?

Ja. Gesunde Igel sollten möglichst im natürlichen Lebensraum überwintern können. Voraussetzung sind geeignete Winterquartiere und ausreichend Ruhe.

Was ist die beste Hilfe für Igel?

Ein naturnaher Garten mit Hecken, Laubhaufen, Wasserstellen, Verzicht auf Gifte und sicheren Durchgängen bietet die nachhaltigste Unterstützung für Igel.

Warum dürfen Igel keine Milch trinken?

Igel können Laktose nicht verdauen. Milch verursacht häufig Durchfall und kann besonders geschwächte Tiere zusätzlich gefährden.

Wann zum Tierarzt oder zur Igelstation?

Bei Verletzungen, Krankheitssymptomen, Verwaisung oder Untergewicht sollte möglichst schnell eine Igelstation oder ein igelkundiger Tierarzt kontaktiert werden.

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