Feigen-Spreizflügelfalter
Feigen-Spreizflügelfalter – Feigenblattmotte (Choreutis nemorana)
Der Feigen-Spreizflügelfalter, auch als Feigenmotte, Feigengespinstmotte, Feigenskelettiermotte oder Feigenzünsler bekannt, ist ein zunehmend verbreiteter Schädling an Feigen in Deutschland. Viele Feigenbesitzer werden auf den Schädling aufmerksam, wenn sie plötzlich Löcher in den Feigenblättern, durchsichtige Blattfenster, Fraßschäden an Feigenblättern oder Raupen auf ihrem Feigenbaum entdecken. Verursacher ist die Raupe des Kleinschmetterlings Choreutis nemorana.
Merkmale & Entwicklungszyklus
Feigenspreizflügler erkennen
Die tagaktive Feigenmotte ist ein ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammender Kleinschmetterling.
Der erwachsene Falter ist etwa 1 cm groß und erreicht eine Flügelspannweite von 16 bis 20 mm. Die Flügel sind hellbraun gefärbt, Kopf und Beine sind deutlich weiß. Die Falter sind unter anderem auch an Doldenblütlern zu finden.
Die Raupen werden bis zu 2 cm lang, sind hellgrün und mit schwarzen Punkten besetzt. Sie fressen in Gespinsten an den Feigenblättern.
Entwicklung des Feigenspreizflüglers
Der Feigen-Spreizflügelfalter überwintert als erwachsener Falter an den Sträuchern. Im Frühjahr, meist ab Mai, legen die Weibchen ihre Eier auf den jungen Feigenblättern ab. Kurz darauf schlüpfen die Raupen und beginnen mit ihrer Fraßtätigkeit.
Die Raupen ernähren sich überwiegend von den Blättern der Feige. Geschützt durch ein feines Gespinst verursachen sie typischen Schabefraß auf der Blattoberseite. Zur Verpuppung rollen sie sich in Blattspitzen ein und bilden dort ein dichtes Gespinst.
In der Regel treten in Deutschland zwei Generationen pro Jahr auf:
- 1. Generation: Falterflug im Juni/Juli
- 2. Generation: Falterflug im September/Oktober
Für warme Regionen oder in besonders warmen Jahren kann es zu einer 3. Generation kommen. Entsprechend früher treten Generationen 1 und 2 auf:
- 1. Generation: Falterflug im Mai/Juni
- 2. Generation: Falterflug im Juli/August
- 3. Generation: Falterflug im September/Oktober
Die jeweils letzte Faltergeneration überwintert an der Pflanze.
Schadbild
Schäden an den Blättern
Die Raupen hinterlassen ein sehr charakteristisches Schadbild:
- Schabefraß auf der Blattoberseite. Es entstehen durchscheinende „Blattfenster“, die später zu Löchern im Blattgewebe werden können.
- Feine Gespinste auf den Blättern
- Dunkle Kotkrümel neben den Fraßstellen
- Verkrümmte oder verfärbte Blätter
- Eingeklappte und eingesponnene Blattspitzen
Die kleinen Kügelchen in den Gespinsten werden häufig mit Eiern verwechselt. Tatsächlich handelt es sich dabei um Kotkrümel der Raupen.
Schäden an den Früchten
Feigenfrüchte werden in der Regel nicht befallen. Der Schädling konzentriert sich nahezu ausschließlich auf die Blätter. Ausreichend Blattmasse bleibt normalerweise erhalten, sodass die Früchte problemlos ausreifen können.
Feigen-Spreizflügelfalter bekämpfen
Für eine erfolgreiche Bekämpfung sollte vor allem die erste Raupengeneration frühzeitig reduziert werden. Dadurch lässt sich die oft stärkere zweite Generation wirksam eindämmen.
Vorbeugende Maßnahmen
- Regelmäßige Kontrolle ab Ende Mai
Überprüfen Sie die Feigenpflanzen frühzeitig auf erste Blattfenster, Gespinste und Raupen. Ein früh erkannter Befall lässt sich leicht eindämmen. - Schutznetze
Kleinere Bäume können mit Schutznetzen geschützt werden. Je nach Baumgröße wird das aber zu einer Herausforderung. - Sortenwahl
Für Neupflanzungen ist es sinnvoll, Sorten zu wählen, die kompakt wachsen und kräftige Blätter ausbilden. - Geeigneter Standort
Feigen bevorzugen warme, sonnige und luftige Standorte, beispielsweise an einer geschützten Südwand. Kräftige Pflanzen sind weniger anfällig für Schädlingsbefall. - Nährstoffversorgung
Feigen am besten mit einem kaliumbetonten Dünger wie dem Neudorff Azet Beeren- und Obstdünger versorgen. - Gleichmäßige Wasserversorgung
Trockenstress schwächt die Pflanzen. Eine ausreichende, gleichmäßige Wasserversorgung fördert die Widerstandskraft der Feige. In Kübeln oder Töpfen kann die gleichmäßige Wasserversorgung durch das Bewässerungssystem Blumat classic erfolgen. Bodenverbessernde Maßnahmen wie der Einsatz des Neudorff Terra Preta Bodenverbesserers fördern die Wasserhaltefähigkeit des Bodens. - Förderung von Nützlingen bzw. Vögeln
Neben Schlupfwespen und räuberischen Käfern gehören Vögel zu den Fressfeinden des Feigen-Spreizflügelfalters. Vögel können einfach durch Nisthilfen und Fütterung im Garten gefördert werden.
Direkte Maßnahmen zur Bekämpfung
Raupen und Gespinste entfernen
An kleineren Pflanzen genügt häufig das regelmäßige Entfernen befallener Blätter. Schneiden Sie Gespinste, Raupen und Puppen ab und entsorgen Sie diese. Auch an größeren Pflanzen sollten immer zunächst so viele Gespinste wie möglich entfernt werden.
Spritzmittel bei starkem Befall
Feigen gelten in Deutschland als Zierpflanzen. Es gibt in Deutschland keinen professionellen Anbau zur Obstgewinnung. Für alle in Deutschland zugelassenen Spritzmittel gibt es keine Untersuchungen für Wartezeiten bis zum Verzehr. Daher dürfen aus rechtlichen Gründen nach einer Spritzbehandlung die Früchte der Feige nicht gegessen werden.
Bei starkem Befall können die Raupen des Feigen-Spreizflügelfalters an als Zierpflanzen genutzten Feigen mit Neudorff Spruzit AF Schädlingsfrei* bekämpft werden. Das Mittel enthält die natürlichen Wirkstoffe Naturpyrethrum und Rapsöl und wird gegen zahlreiche saugende und beißende Schädlinge eingesetzt.
* Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung beachten.
Häufige Fragen zum Feigen-Spreizflügelfalters (FAQ)
Was ist der Feigen-Spreizflügelfalter?
Der Feigen-Spreizflügelfalter (Choreutis nemorana), oft auch Feigenmotte oder Feigengespinstmotte genannt, ist ein Kleinschmetterling aus dem Mittelmeerraum. Er ist etwa 1 cm groß, hat eine Flügelspannweite von 16 bis 20 mm und ist durch seine hellbraunen Flügel sowie den weißen Kopf gut erkennbar. Der eigentliche Schädling ist nicht der Falter selbst, sondern seine Raupe, die an Feigenblättern frisst.
Was frisst meine Feigenblätter?
Häufig sind die Raupen des Feigen-Spreizflügelfalters die Ursache. Sie verursachen zunächst Schabefraß und durchscheinende Blattfenster, später entstehen typische Löcher in den Blättern.
Warum rollen sich die Blätter meiner Feige ein?
Eingerollte Feigenblätter in Verbindung mit Gespinsten sind ein typisches Anzeichen für Raupen des Feigen-Spreizflügelfalters. Die Raupen nutzen die eingerollten Blätter später häufig zur Verpuppung.
Wann tritt die Feigenblattmotte auf?
In Mitteleuropa gibt es meist zwei Generationen pro Jahr. Die erste tritt im Juni/Juli auf, die zweite im August bis Herbst. Der Falter überwintert an der Pflanze oder in ihrer Umgebung.
Was ist ein Feigenzünsler?
Viele Gartenbesitzer suchen nach „Feigenzünsler“, wenn sie Raupen an ihrer Feige entdecken. Meist ist damit jedoch der Feigen-Spreizflügelfalter gemeint. Biologisch gehört dieser nicht zu den Zünslern, sondern zu den Spreizflügelfaltern.
Wie kann ich den Feigen-Spreizflügelfalter natürlich bekämpfen?
Bei leichtem Befall reicht es völlig aus ab Ende Mai, die Raupen abzusammeln oder in den Gespinsten zu zerdrücken. Alternativ können stark befallene und eingerollte Blätter, in denen sich die Raupen verpuppen, einfach abgeschnitten und im Restmüll entsorgt werden. Wichtig ist es, schon bei der ersten Generation ab Ende Mai konsequent abzusammeln.
Welche Nützlinge helfen gegen die Feigenmotte?
Heimische Vögel gehören zu den wichtigsten Fressfeinden des Feigen-Spreizflügelfalters. Durch das Aufhängen von Nistkästen und eine vogelfreundliche Gartengestaltung lässt sich der Befall natürlich regulieren. Auch Schlupfwespen und räuberische Käfer können als natürliche Gegenspieler fungieren.
Wie bekämpfe ich die Feigenmotte?
Entfernen Sie frühzeitig Gespinste und befallene Blätter. Besonders wirksam ist die Bekämpfung der ersten Raupengeneration. Bei stärkerem Befall können geeignete Pflanzenschutzmaßnahmen erforderlich sein.
Darf ich chemische Spritzmittel gegen die Raupen einsetzen?
Hier ist Vorsicht geboten: Da Feigen in Deutschland rechtlich als Zierpflanzen gelten, gibt es für zugelassene Spritzmittel (wie z. B. Neudorff Spruzit AF) keine gesicherten Untersuchungen für Wartezeiten bis zum Verzehr. Wenn Sie die Pflanze behandeln, dürfen die Feigen aus rechtlichen Gründen in dieser Saison nicht mehr gegessen werden.
Was bedeutet der Begriff „Fensterfraß“?
Beim Fensterfraß oder Schabefraß raspeln die jungen Raupen nur die oberste Schicht des Blattes ab. Die untere Blatthaut bleibt wie ein durchscheinendes Pergamentpapier (ein "Fenster") intakt, bevor das intakte Blattgewebe später komplett einreißt und Löcher bildet.
Warum breitet sich der Feigenzünsler in Deutschland immer weiter aus?
Der Feigen-Spreizflügelfalter stammt ursprünglich aus dem warmen Mittelmeerraum. Durch die milderen Winter und wärmeren Sommer findet der Schädling nun auch in Deutschland optimale Lebensbedingungen, weshalb er sich zunehmend ausbreitet.
Wie kann ich meinen Feigenbaum vorbeugend stärken?
Ein gesunder Baum ist weniger anfällig für Schädlinge. Wählen Sie einen sonnigen, warmen und luftigen Standort und vermeiden Sie Trockenstress durch gleichmäßiges Gießen (z. B. mit Bewässerungssystemen wie Blumat). Bodenverbessernde Maßnahmen, etwa mit Terra Preta, fördern zudem die Wasserhaltefähigkeit und Vitalität.